EisenbahN füR hambuRg

Chronologie einer Innovation ab 1842 :: mprove design 7/17/19

1842 wurde die erste Eisenbahnverbindung zwischen Hamburg und Bergedorf eröffnet. Es dauerte nur wenige Jahrzehnte bis sich die Infrastruktur zu einem europaweiten Schienennetz verdichtet hatte. Dieser Seite beschreibt die Innovationsgeschichte der Eisenbahn in Hamburg anhand von interaktiven Karten und historischen Abbildungen.

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Chronologie der Bahnhöfe vor 1906

Bahnhof Betrieb Verbindung
Bergedorfer Bahnhof 1842 - 1846 Hamburg - Bergedorf
Bahnhof Bergedorf 1842 - 1846 Bergedorf - Hamburg
Bahnhof Altona 1844 - 1898 Altona - Neumünster - Kiel
Berliner Bahnhof 1846 - 1903 Hamburg - Berlin zum Hamburger Bahnhof
Hbf Morburg-Wilhelmsburg 1847 - ? Harburg - Celle - Hannover
Lübecker Bahnhof 1864/65 - 1906 Hamburg - Lübeck
Bahnhof Klosterthor 1866 - 1903 Klosterthor - Schulterblatt - Bahnhof Altona
Venloer/Hannoverscher Bahnhof 1872 - 1906 Hamburg - Wilhelmsburg - Haltern - Venloe
Hamburg - Hannover
Hamburg - Cuxhaven
Bahnhof Wilhelmsburg 1872 - 1897
Bahnhof Harburg 1897 -
Bahnhof Altona 1898 - 1974
Hamburger Hauptbahnhof 1906 - heute

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es Im damaligen Hamburg – also ohne Altona und Harburg – 4 Endbahnhöfe, an denen Linien endeten, nämlich den Berliner Bahnhof, den Lübecker Bahnhof, den Hannoverschen Bahnhof, sowie den Bahnhof Klosterthor für die Verbindungsbahn nach Altona. Diese Bahnhöfe wurden durch den Hamburger Hauptbahnhof ab 1906 abgelöst. Hier ein paar Bilder zum im Bau des Hauptbahnhofs Hamburg.

Im Gebiet des heutigen Hamburgs befanden sich 4 Kopfbahnhöfe: Berliner Bahnhof, Hannoverscher Bahnhof, Bahnhof Altona, Bahnhof Morburg-Wilhelmsburg in Harburg. Keiner von denen ist erhalten. Heute ist der Bahnhof Altona von 1979 der einzige Kopfbahnhof in Hamburg.

Podcast

Der Tag, an dem Hamburg die erste Eisenbahn bekam

BergedorfeR Bahnhof / BerlineR Bahnhof

1842: Eröffnung der Bahnstrecke Hamburg - Bergedorf

Die Strecke HamburgBergedorf

Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn

Die Eröffnung des Bergedorfer Bahnhofs war für den 7. Mai 1842 vorgesehen. Die Feier wurde allerdings abgesagt, da zwei Tage zuvor die Innenstadt weitgehend durch den Großen Brand vernichtet worden war. Statt dessen diente die neue Eisenbahn dem Transport von Löschgerät und Feuerwehrleuten nach Hamburg und der Evakuierung der obdachlos gewordenen Bevölkerung nach Bergedorf.


Bergedorfer Bahnhof zu Hamburg, 1842; aus Begleiter auf der Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn

Hamburg's Staats-Bauwesen, 1857; Kap 2: Bergedorfer Eisenbahn und englische Ingenieure vor 1842:

William Lindley und George Giles waren die beiden englischen Ingenieure, welche von der Bergedorfer Eisenbahn-Actiengesellschaft engagiert und nach Hamburg berufen wurden. Das wirkliche Zustandekommen dieses Eisenbahn-Projekts während der Jahre 1840 und 41 ist aber vorerst nicht etwa wegen der Wichtigkeit des Unternehmens oder des Baues selber, sondern nur wegen der indirecten Folgen, welche sich daran knüpfen, für die neuere Baugeschichte Hamburg’s von einiger Bedeutung. Dadurch, daß die Anlage des Bahnhofes innerhalb der Wallinie, die Stadt nach ihrer wichtigsten Seite hin, eigentlich erst aufschloß…


Gelände der Eisenbahn zwischen Amsinckstraße und Oberhafen, 1845 /PPN611722666 | Zoom

Auf obigem Grundriße ist bezeichnet:

sub No 1, A. a. Ein im Eigenthums- und Hypothekenbuche der Vorstadt St. Georg Pag 2801. Johann Heinrich Wilhelm Möller Wittwe und des Nachbarn Kinder laut Kammer Lontwart die August 1838. zugeschriebener Platz nebst darauf stehenden Gebäuden, groß = 244 II/14 Ruthen, belegen in der Vorstadt St. Georg vor dem Deichthore und an der Banksstraße.

No 2 Ein zu den im demselben Eigenthumsbuche Pag 3085. Franz Friedrich Beyme eigenthümlich zugeschriebenen 4 Stücke Landes sammt dem freien Gebrauch des Landweges vom Borgesch bis zum Stadtdeich, wobei die Deichstrecken No 63, 66 und 72, lang zusammen = 24 Ruthen 10 Fuß, gemeinschaftlich mit Srn Dr Abendroth & Mayer jr. und der Gesellschaft der Actionisten der H. B. Eisenbahn Banden, gehörig, belegen im Hammerbrook, gehöriger Platz,

Diese beiden Plätzen wünscht die Gesellschaft der Actionisten Hamburg-Bergedorfer-Eisenbahn zur Vergrößerung ihres Güter-Bahnnhofes, event durch Expropriation, zu erwerben.

Hamburg, d 12 Juni, 1845. (gez:) A.A.M.Nagel, Geometer


Detail der Karte Grundriss von Hamburg, 1844 (PPN608979805) | Zoom

Die beiden Lokomotiven hießen Hansa und Berlin. Der Bahnhof in Bergedorf – entworfen vom Architekten Alexis de Chateauneuf – ist bis heute erhalten. /

1846: Eröffnung der Bahnstrecke Hamburg - Berlin

Bahnhof Betrieb Verbindung
Berliner Bahnhof in Hamburg 1846 - 1903 Hamburg - Berlin
Hamburger Bahnhof in Berlin 1846 - 1884
- 1858 - Hamburg - Schwerin - Wismar | Rostock

Hamburg-Berliner Eisenbahn | Hamburg Berliner Bahnhof

Der Bergedorfer Bahnhof wurde nach 1846 erweitert und hieß fortan Berliner Bahnhof.


Gelände der Eisenbahn zwischen Amsinckstraße und Oberhafen: 1852 /PPN611882175 | Zoom

Zum Antrage betreffend Schliessung des Weges beim Deichthore zwischen dem inneeren und äusseren Bahnhofe.

Perron für angkommende Züge


Berliner Bahnhof in Hamburg (ca. 1870. Davor die Verbindungsbahn vom Bahnhof Klosterthor (hinten links) zum Venloer/Hannoverschen Banhof. /via


Halle des Berliner Bahnhofs in Hamburg (deutlich vor 1870, da die Lok noch die erste Generation ist.)

Der Hamburger Bahnhof in Berlin ist heute ein Museum für Gegenwartskunst.

Altonaer Bahnhof

Bahnhof Betrieb Verbindung
1. Bahnhof Altona 1844 - 1898 Altona - Neumünster - Kiel
- 1858 - Altona - Glückstadt - Itzehoe | Neumünster < Kiel | Rendsburg - Husum - Tönning | Flensburg
2. Bahnhof Altona 1898 - 1974
Altonaer Gütherbahnhof
Altonaer Hafenbahnhof ca. 1920 - 1980 eigentlich ein Bürogebäude der Altonaer Hafenbahn
1844: Eröffnung der Bahnstrecke Altona - Kiel
Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft
Hollsteinische Eisenbahn,1840; mit einer Karte der projektierten Eisenbahnlinie
Bahnhof Hamburg-Altona
1876: Eröffnung des Altonaer Hafenbahntunnels: Schellfischtunnel
Altonaer Hafenbahn
Schellfischtunnel
unter hamburg: Der Schellfischtunnel – (k)ein Geistertunnel in Altona?
Der Schellfischhtunnel, mphoto 2017
hafenbahnhof - cafe - bar -life club
1898: Verlegung des Bahnhof Altona zum Neuen Bahnhof Altona
Aus dem alten Bahnhof wurde das Altonaer Rathaus
Altonaer Rathaus
1974: Eröffnung des 3. Bahnhof Altona
Heute: Es laufen die Planungen für eine erneute Verlegung des Bahnhofs Altona zum Diebsteich

Harburg

Bahnhof Betrieb Verbindung
Hbf Morburg-Wilhelmsburg 1847 - ? Haarburg
Harburg - Celle - Hannover - Dortmund
Venloer/Hannoverscher Bahnhof 1872 - 1906 Hamburg - Wilhelmsburg - Haltern - Venloe
Hamburg - Hannover
Hamburg - Cuxhaven
Bahnhof Wilhelmsburg 1872 - 1897
Bahnhof Harburg 1897 -

Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn

Die Verbindungsbahn verbindet seit 1865/66 die Bahnhöfe Altona mit denen in Hamburg.

Die Strecke 1867: Bahnhof Altona - Schulterblatt - Sternschanze - Dammtor - Klosterthor

Die Strecke 1906: Bahnhof Altona - Holstenstraße - Sternschanze - Dammtor - Hauptbahnhof

Von der früheren Strecke ist einzig der alte Bahnhof Sternschanze erhalten. Hier ein Foto vom alten Dammthor Bahnhof, 1904.


Bahnhof Sternschanze 1908, Photo: Johann u. Heinrich Hamann

Die beiden Bahnhöfe Holstenstraße und Sternschanze von der späteren Strecke hatten bis zum 2. Weltkrieg ähnliche Gleishallen, wie heute noch der Dammtor-Bahnhof.

Sandthor-Quai

Seit 1866 führt ein Gleis direkt zum Sandthor-Quai So wird der Hamburger Hafen im weltweiten Seehandel zum Umschlagplatz für das europäischen Festland.


Stich vom Sandthor-Hafen 1877.
Links der Kaiser-Quai, rechts der Sandthor-Quai

Im Sandthor-Hafen wurde unter anderem Salpeter und Borax gelöscht, das in der Salzwüste Atacama in Peru und Chile abgebaut wurde. Auch dort wurde die Eisenbahn eingessetzt, um die Güter von den Minen im Hochland zum Hafen nach Iquique zu transportieren.

VenloeR/HannoverscheR Bahnhof


Hannoverscher Bahnhof, 1930

Bahnhof Betrieb Verbindung
Venloer/Hannoverscher Bahnhof 1872 - 1906
Hamburg - Haltern / Dortmund - Venloe
Hamburg - Hannover
Hamburg - Cuxhaven
Güterbahnhof Oberhafen ? -2014

Hamburg-Venloer Bahn

Der Hannoversche Bahnhof wurde ab 1872 bis 1906 für den Personenverkehr genutzt. Bis zu seiner Umbenennen 1892 hieß er Venloer Bahnhof. Der Name Pariser Bahnhof stammt aus der Projektierung der Verbindungen nach Paris zum Gare du Nord , die aber nie direkt realisiert wurde. (Außerdem sollte auch St. Petersburg auf dem Fahrplan stehen. Das erscheint aber als topographischer Irrweg.)

Nach 1906 war der Hannoversche Bahhof ein reiner Güterbahnhof bis auf die unrühmliche Funktion im 2. Weltkrieg, als dort Juden, Sinti und Roma deportiert wurden. 1955 und 1981 wurden die verbliebenen Teile des Bahnhofs abgerissen.

Güterbahnhof Oberhafen

Die ehemaligen Güterhallen des Hannoverschen Bahnhofs sind heute das kulturelle Zentrum der HafenCity.

Erhaltene Spuren

Bahnhof Baujahr Heute
Bahnhof Bergedorf 1842 Bahnhofsgebäude Bergedorf eines der ältesten erhaltenen Bahnhofsgebäude in Deutschland
Bahnhof Altona 1844 Altonaer Rathaus
Hamburger Bahnhof in Berlin 1846 Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwartskunst
Sternschanze 1866 Alter Bahnhof Sternschanze
Hannoverscher Bahnhof 1872 Gedenkstätte Hannoverscher Bahnhof - Gedenkstätte
Oberhafenquartier
Bahnhof Harburg 1897 Bahnhof Harburg
Hamburger Hauptbahnhof 1906 Hamburger Hauptbahnhof

Vorgeschichte

Nur weil hier Hamburg im Zentrum der Betrachtungen steht, soll nicht verschwiegen werden, dass beretis am 27. September 1825 die erste öffentiche Eisenbahnlinie zwischen Stockton und Shildon eingeweiht wurde.

Weitere Quellen

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